Sie sind bekannt als Unternehmer, der gerne anpackt. Ist die Politik in Sachen BVG so fern von der Realität, dass Sie gehandelt haben?
Nun, das PK-Wesen ist doch einfach viel zu kompliziert! Das Problem ist, dass Führungspersonen sich der Problematik nicht bewusst sind, weil die Zeit fehlt und es komplex ist. Das war bei mir auch der Fall. Zudem: Es gibt bei der Pensionskasse Metzger 13 verschiedene Vorsorgepläne und ich habe keine Chance, die Unterschiede zu verstehen, weil ein einfaches Vergleichsblatt fehlt. Auch für Mitarbeitende ist die Pensionskasse wichtig, aber nicht einfach zu verstehen. Erklären Sie mir einmal, was im Pensionskassenausweis steht! Was ist eigentlich eine Freizügigkeitsleistung? Dabei sollte es doch jeder verstehen, auch jeder Versicherte. Als Unternehmer bin ich verantwortlich und muss dies verstehen – es geht ja um sehr viel Geld!
Gab es intern Widerstände?
Nein, grundsätzlich kam es sehr gut an. Aber wir sind natĂĽrlich schon lange ein sehr sozialer Arbeitgeber. Ich habe es einfach durchgezogen, im Sinne unserer Mitarbeitenden. Den zusätzlichen Lohnabzug von 150 Franken haben wir mit einer Lohnerhöhung von 100 Franken abgefedert. Da ich fĂĽr mehrere Firmen verantwortlich bin, gibt es viele Einzelfälle, die in der 2. Säule durch alle Maschen fallen. Ein GeschäftsfĂĽhrer hat zum Beispiel zwei Pensen Ă 50% bei zwei Firmen. Da bleibt mit doppeltem Koordinationsabzug nicht mehr viel fĂĽr die Pensionskasse. Oder selbst die GeschäftsfĂĽhrerin im ÂOchsen, mit branchenĂĽblichem Lohn, hatte vorher keine gute PK, wegen des Koordinationsabzugs und wegen des maximal versicherten Lohns. Nun haben wir keine Beletage, aber doch eine gute Lösung fĂĽr alle.
Wie glatt ging die Umsetzung Ihrer Reform?
Da gibt es zwei Welten. FĂĽr die Leute, die bei Gastro Social versichert sind, war das im Nu erledigt. Das steht alles auf einer A4-Seite. Als ich mit genau dem gleichen Anliegen auf die Pensionskasse Metzger zuging, lautete die Antwort dort zuerst: Das geht nicht. Wir haben das nicht.
Wie bitte?
Unterdessen geht es wahrscheinlich doch, nachdem ich mit dem Chef gesprochen habe. Und dass das Fernsehen prominent berichtete, hat wahrscheinlich auch geholfen. Der Chef der PK rief mich zurĂĽck und sagte, es sei möglich mit einer Firmenlösung. Das mĂĽsse man aber beantragen, die nächste Sitzung sei im Juni ... Ich Âverstehe einfach nicht, wieso nicht jede Pensionskasse eine einfache Lösung fĂĽr das Problem KoordinaÂtionsabzug anbietet.
Keine Beletage, aber eine gute Lösung für alle