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Menschen leben länger - und sind dabei länger krank

Die Lebenserwartung steigt weltweit. Doch immer mehr Jahre verbringen Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen - insbesondere Frauen. Dabei liessen sich viele Probleme vermeiden.

28.07.2026
Lesezeit: 2 min
iStock / Pornpak Khunatorn

Weltweit steigt die Lebenserwartung - aber Menschen verbringen am Lebensende auch immer mehr Zeit bei schlechter Gesundheit. Das betrifft besonders stark wohlhabende Länder, wie ein internationales Forschungsteam nach Auswertung globaler Daten für den Zeitraum von 1990 bis 2023 im Fachjournal «The Lancet Public Health» schreibt.

Laut der Studie verbrachten Menschen 1990 im Mittel 8.8 Lebensjahre bei schlechter Gesundheit, was 13.6% ihrer Lebenszeit entsprach. 2023 waren es fast zwei Jahre mehr: 10.7 Jahre - und 14.5% ihres Lebens.

In der Studie wertete das Team um Christopher Murray vom Institute for Health Metrics and Evaluation der University of Washington in Seattle Daten aus 204 Ländern und Regionen zur Lebenserwartung aus - und auch zur Lebenszeit bei guter Gesundheit. Demnach beträgt die voraussichtliche Lebensspanne jener Menschen, die 1990 zur Welt kamen, im Mittel 64.6 Jahre. 2023 sind es dann 73.8 Jahre - also fast zehn Jahre mehr. Die Lebensspanne bei guter Gesundheit stieg in diesem Zeitraum von 55.9 auf 63.1 Jahre - also um 7.2 Jahre.

Die Lücke nimmt zu

«Fortschritte im gesunden Altern sollten nicht nur an der Lebensspanne gemessen werden, sondern an der  Gesundheitsspanne», wird Studienleiter Murray zitiert.

Die Krankheitskluft - also die Lücke zwischen Lebensspanne und Gesundheitsspanne - war vor allem in jenen Ländern gross, wo Menschen lange lebten. In den USA betrug sie demnach 14 Jahre, in Australien 13.9 Jahre und in Kanada 13.7 Jahre. In Afrika südlich der Sahara waren es dagegen nur 9 Jahre.

Langlebigkeit in der Schweiz

In der Penso-Ausgabe 5/26, die im September erscheinen wird, erfahren Sie, wie sich die Lebenserwartung in der Schweiz entwickelt und welche folgen diese Entwicklung für die Sozialversicherungen hat. 

Neben der Altersvorsorge mit AHV, beruflicher Vorsorge und Ergänzungsleistungen ist auch die Krankenversicherung betroffen, weil mehr Menschen alt werden und in den letzten Lebensjahren in Krankheit auf Pflege angewiesen sind.

Viele Krankheiten wären vermeidbar

Für Frauen weltweit betrug diese Lücke 2023 durchschnittlich 12.1 Jahre, für Männer 9.3 Jahre. «Frauen leben fast überall auf der Welt länger als Männer, aber sie verbringen mehr dieser zusätzlichen Jahre bei schlechter Gesundheit», sagt Co-Autorin Catherine Bisignano.

Besonders starken Einfluss hatten Probleme mit dem Bewegungsapparat, insbesondere Schmerzen im unteren Rücken, sowie psychische Erkrankungen wie Depressionen und Angsterkrankungen. Viele dieser Krankheiten seien vermeidbar, schreibt das Team unter Verweis auf hohe Blutzuckerwerte, Übergewicht, Mangelernährung und Rauchen.

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