Homeoffice weiter auf dem Vormarsch
In den neun untersuchten Märkten arbeiteten im vergangenen Jahr 61% von Zuhause. Während die Homeoffice-Zahlen in der Schweiz dem europäischen Durchschnitt entsprechen, belegt das vereinigte Königreich mit 71% den Spitzenplatz. Im Vergleich dazu befand sich in Deutschland gerade einmal jeder Zweite in Heimarbeit. Am wahrscheinlichsten war dies für Mitarbeitende in den Branchen Technologie und Telekommunikation (87%) sowie Mitarbeitende von Finanzdienstleistern (74%). Inzwischen planen zwei von drei deutschen Unternehmen auch über die Pandemie hinaus den Homeoffice-Betrieb. Vorreiter ist auch hier die Technologie-Branche, ebenso wie Unternehmen mit über 5000 Beschäftigten.
Sinkende Motivation bei jungen Mitarbeitenden
Antriebslosigkeit als Folge der Pandemie wird in Italien (39%), Deutschland (39%), den Niederlanden (40%) und der Schweiz (44%) insgesamt am seltensten berichtet. Unter denjenigen, die 2020 im Homeoffice tätig waren, fühlte sich in Deutschland und der Schweiz sogar mehr als die Hälfte produktiver und weniger gestresst als im Präsenzbetrieb. Die Kehrseite: Fast jeder Zweite klagt über Isolation und das Gefühl, ständig erreichbar sein zu müssen. Eingeschränkte Kontakte stellen für Deutsche den grössten Motivationsdämpfer überhaupt dar. Besonders hart betroffen sind diejenigen zwischen 18 und 34 Jahren. 36% unter ihnen macht die veränderte Beziehung zum Team zu schaffen. Mit je 23% werden insbesondere auch Reaktionen der Führungsebene auf die Pandemie sowie veränderte Anforderungen für Motivationsprobleme verantwortlich gemacht.
Jeder Vierte auf der Suche nach neuen Herausforderungen
Europaweit plant jeder Vierte, sich im kommenden Jahr auf die Suche nach einer neuen Stelle zu begeben. Versäumnisse der Arbeitgeber im Umgang mit Corona werden mit 12% nur in den seltensten Fällen als Grund dafür genannt. In Deutschland sind es in erster Linie eine ungerechte Vergütung (38%), das Bedürfnis nach einem Karriere-Wechsel (35%) sowie der Wunsch nach interessanteren Aufgaben (30%), die Mitarbeitende zum Wechsel bewegen. Eine ähnliche Verteilung zeigt sich in der Schweiz. Zu den Haupt-Kriterien bei der Wahl eines neuen Arbeitgebenden zählen wettbewerbsfähige Gehälter, flexible Arbeitszeiten und eine grosszügige Altersverorsorge. Aufstiegschancen und Weiterbildungsmöglichkeiten fallen speziell bei den 18 bis 34-jährigen stark ins Gewicht.
Niederlande, Deutschland und Schweiz: Top Drei im Leadership-Index
Um die Wahrnehmung der Befragten in Bezug auf die Gesamtleistung ihrer derzeitigen Führungskräfte zu bewerten, führte Yonder eine Faktorenanalyse durch. Dabei wurden 13 Merkmalsbereiche zu einer allgemeinen Metrik, dem «Workday Leadership Performance Index», verdichtet. Er dient als Mass dafür, wie Mitarbeitende die Leistung des Führungsteams innerhalb der Organisation, für die sie derzeit arbeiten, empfinden. Die Ergebnisse zeigen, dass Führungskräfte in den Niederlanden, Deutschland, der Schweiz und Grossbritannien am positivsten von ihren Mitarbeitern beurteilt werden.
In Ländern, in denen die Führungsleistung überdurchschnittlich gut war (Deutschland, Schweiz, Niederlande, Grossbritannien), ist es wahrscheinlicher, dass sich Mitarbeiter darüber im Klaren sind, welche Rolle sie in der Zukunft des Unternehmens spielen werden (65%, 64%, 63% bzw. 62%). Führungskräfte in Grossbritannien und den Niederlanden werden von ihren Mitarbeitern am einfühlsamsten eingeschätzt (64% bzw. 63%), während Manager in Deutschland (53%), den Niederlanden (55%) und der Schweiz (54%) als am besten im Umgang mit Veränderungen gelten.
Dieses positive Bild spiegelt sich auch in der Selbsteinschätzung von Führungskräften wider: Europaweit ist rund die Hälfte der Meinung, dass sie die Herausforderungen des Jahrs 2020 gut gemeistert haben, indem sie der Gesundheit und Sicherheit der Mitarbeitenden Priorität einräumten (59%) und Empathie zeigten (55%).
Vor allem junge Mitarbeitende leiden unter den Folgen von Corona