Prävention: Klar – am besten ist es für das Unternehmen, wenn die Mitarbeitenden gar nicht erst krank werden. Im Hinblick auf eine Kostenreduktion in den Krankentaggeld-Kosten ist es in diesem Bereich wichtig, dass die Mitarbeitenden nicht wahllos mit irgendwelchen Angeboten bedient werden, sondern dass die Präventionsangebote konkret auf die Arbeitsbedingungen im Unternehmen zugeschnitten sind. In Schichtbetrieben bietet es sich beispielsweise an, das Wissen der Mitarbeitenden zum Thema «Ernährung in der Schichtarbeit» zu erweitern und dann auch intern die entsprechenden Produkte verfügbar zu machen.
Lenkung & Controlling: Diese Säule steht in der Mitte des Hauses in der Grafik. Eine systematische Erfassung und Auswertung der Absenzen hilft dabei, Muster zu erkennen und diesen falls nötig entgegenzuwirken. Dazu werden häufig keine teuren Tools benötigt; vieles kann direkt aus dem Zeiterfassungssystem abgeleitet und allenfalls mit einfachen Excel-Reports angepasst werden. Diese Transparenz in den Zahlen ist wichtig für den ganzen Prozess, denn mit diesen Zahlen lässt sich unter anderem auch die Wirksamkeit der getroffenen Massnahmen messen.
Care Management: Es wird für ein Unternehmen nie möglich sein, alle Krankheitsfälle zu verhindern – die dritte Säule bildet also den Bereich ab, wie mit kranken Mitarbeitenden umgegangen wird. Wer aus dem Unternehmen hält Kontakt mit der kranken Person, welche Rolle spielen der Krankenversicherer und das Case Management, wie läuft die Kommunikation in diesen Schnittstellen? Je nach Grösse des Unternehmens hilft in dem Bereich auch ein regelmässiger Austausch mit dem Krankenversicherer.
Führung: Die drei Säulen stehen auf dem Fundament der Führung: viele Vorgesetzte sind sich nicht bewusst, welche Verantwortung sie beispielsweise in der Früherkennung von Ausfällen oder in der Begleitung von erkrankten Mitarbeitenden tragen. Oft haben sie auch nicht das Know-how, wie sie heikle Gespräche im Zusammenhang mit Mitarbeitenden führen sollen, wann sie wen einbeziehen usw. Hier hilft eine konkrete Unterstützung aus dem Bereich Human Resources den Vorgesetzten, ihre Rolle wahrzunehmen. Dazu ist es zieldienlich, wenn beispielsweise in internen Führungsentwicklungen diese Rolle thematisiert wird und die Vorgesetzten entsprechende Tools erhalten.
Vieles im Bereich Gesundheitsmanagement hängt direkt von den Vorgesetzten ab: Absenzen- und Krankheitsmanagement sind in erster Linie Führungssache. Die Führungskräfte brauchen dazu das Know-how aus den HR-Abteilungen, um ihre Verantwortung auch aktiv wahrnehmen zu können.
Der konkrete nächste Schritt
Entwicklung beginnt immer mit dem «nächsten Schritt»: Unabhängig von der Grösse des Unternehmens ist es wichtig, das Thema zu positionieren – einerseits, weil die Krankheitskosten ein grosser Kostentreiber sind, andererseits auch, weil sich die Unternehmen selbst auch als Arbeitgebende profilieren können. Es lohnt sich also, das Thema anzugehen, in kleinen Schritten und fokussiert auf das, was im Unternehmen wirklich etwas bewirkt.
Zur Sache bitte beim Betrieblichen Gesundheitsmanagement!