Abonnieren Sie jetzt Penso und bleiben Sie auf dem Laufenden.
Mit 6 Printausgaben pro Jahr und dem vollen Zugriff auf alle Artikel auf penso.ch sind Sie stets gut informiert.
50 Jahre nach Einführung des Drei-Säulen-Systems braucht unsere Altersvorsorge ein Update. Findet der Think Tank Avenir Suisse und schlägt ein Fünf-Säulen-System vor, um die Finanzierung der Langzeitpflege mit einem Pflegekapital neu zu regeln.
Für die Mehrheit der Rentnerinnen und Rentner ist das Alter an sich kein akutes Armutsrisiko mehr, schreibt Avenir Suisse. Eine Minderheit der Senioren sei dennoch von Armut betroffen. Betrachte man nur die Neurentner, stelle man fest, dass zwar 92% von ihnen bei der Pensionierung ohne zusätzliche staatliche Hilfe über
die Runde kommen. Gleichzeitig seien 8% unmittelbar nach der Pensionierung abhängig von Ergänzungsleistungen (EL).
Allerdings waren Dreiviertel dieser EL-Bezüger bereits vor der Pensionierung auf die Invalidenversicherung oder Sozialhilfe angewiesen. Nur 2% der Neurentner wird erst bei der Pensionierung arm. Altersarmut lasse sich deshalb am besten vor dem Eintritt ins Rentenalter durch eine stärkere Beteiligung am Arbeitsmarkt bekämpfen.
Trotz Wirtschaftskrisen und Kriegen in Europa habe sich das Drei-Säulen-System bewährt. Weil die Erwerbsbiografien vielfältiger werden und die Lebenserwartung weiter steigt, seien gemäss Avenir Suisse punktuelle Anpassungen nötig:
Die Schweizer Altersvorsorge sei auch deshalb so leistungsfähig, weil die einzelnen Säulen unterschiedlich finanziert werden: die AHV durch das Umlageverfahren, die berufliche Vorsorge sowie das private Sparen durch das Kapitaldeckungsverfahren.
Diese positive Erfahrung sollten wir nutzen, wenn es um die Finanzierung der Gesundheitskosten im letzten Lebensabschnitt geht. Die steigenden Kosten für die Pflege werden heute primär von der Krankenkasse und immer mehr auch von der Allgemeinheit getragen. Dieses Problem werde sich mit der demografischen Entwicklung verschärfen. Hier brauche es eine neue Lösung, die stärker auf die private Vorsorge setzt.
Wie bei der Altersvorsorge empfehle sich dabei eine Finanzierung, die auch auf dem Kapitaldeckungsverfahren beruht: Die Kosten für die Akutversorgung (z.B. Behandlungen in einer Arztpraxis oder in einem Spital) sollen wie bisher von der Krankenversicherung übernommen werden. Im Kontext einer umfassenden Altersvorsorge wäre das die 4. Säule. Die Langzeitpflege dagegen solle durch eine neue, 5. Säule abgedeckt werden (siehe Grafik). Sie wäre ähnlich wie die berufliche Vorsorge organisiert. Demnach würde man ein privates, vererbbares Pflegekapital ansparen. Dadurch würde das Schweizer Vorsorgesystem zu einem Fünf-Säulen-Modell werden.
Fünf Säulen für die Altersvorsorge