Aktualisierung des Forschungsstands
Der SVEB leistete in diesem Bereich bereits 2005 Pionierarbeit. In Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Philipp Gonon von der Universität Zürich hat der SVEB eine grossangelegte Studie mit dem Titel «KMU und die Rolle der Weiterbildung – eine empirische Studie zu Kooperationen und Strategien in der Schweiz» publiziert (Bern, 2005). Diese Studie ist nun mit neuen Daten aus dem Jahr 2022 und einem etwas anderen Fokus aktualisiert und 2024 publiziert worden.
Arbeitgeberverband begrüsst die Studie
In einer Medienmitteilung würdigt der Schweizerische Arbeitgeberverband (SAV) die Studie und begrüsst, dass die überwiegende Mehrheit der KMU eine hohe Weiterbildungsbereitschaft aufweist. Neben der hohen Bedeutung von Weiterbildung und einer grossen Bereitschaft, in Weiterbildungen zu investieren, zeige die Studie allerdings auch die Lücken auf: 30% der befragten KMU stossen aus Zeit- oder Finanzierungsgründen oder weil kein passendes Angebot existiert an Grenzen, weshalb sie teilweise weniger in Weiterbildung investieren als sie eigentlich möchten – trotz grundsätzlicher Bereitschaft zur Investition in Weiterbildung. Dabei gelte es zu berücksichtigen, dass Unternehmen mit weniger als zehn Mitarbeitenden oftmals kein formalisiertes Weiterbildungsangebot unterhalten, da einerseits der Kompetenzbedarf statischer ist und andererseits betreffend Weiterbildung sehr viel auf informellem Weg beigebracht wird. Deshalb würden laut Arbeitgeberverband viele Unternehmen ihre eigenen Weiterbildungsaktivitäten unterschätzen, da sie ihre informellen Bemühungen häufig gar nicht als Weiterbildung wahrnehmen.
Der Arbeitgeberverband fordert in diesem Zusammenhang, bestehende Angebote – wie zum Beispiel «viamia», die kostenlose Laufbahnberatung für Erwerbstätige ab 40 Jahren – besser mit den KMU zu vernetzen und den Unternehmen sowie ihren Mitarbeitenden so einen Mehrwert bei der Personalentwicklung zu bieten und unterstützt Brancheninitiativen, die spezifisch die Aus- und Weiterbildung von Erwerbstätigen ohne Berufsabschluss fördern. Nationale, übergreifende Regulierungen seien dafür aber nicht zielführend.
Hohe Weiterbildungsbereitschaft bei KMU