Können Sie mir ein Beispiel einer Eingliederung nennen, die die Bachofner Kanalreinigungen AG ermöglicht hat?
Andreas Schulthess: Aktuell haben wir fünf Mitarbeitende, die eine besondere Vorgeschichte haben, aber ich berichte gern vom ersten Mitarbeiter, den wir eingliedern konnten. Ich bekam im Jahr 2017 einen Anruf von der Startrampe Wetzikon, einer Organisation, die sich mit Wiedereingliederung in den ersten Arbeitsmarkt beschäftigt. Sie suchten einen Arbeitsplatz für einen jungen Mann, der ein schweres Burnout hatte und sich komplett aus dem Arbeitsmarkt verabschiedet hatte.
Mussten Sie zur Zusammenarbeit mit der IV überzeugt werden?
Das war mein erster Kontakt mit dem Thema Eingliederung. Bis dahin war mir nicht bewusst, dass ein Bedürfnis nach Arbeitsplätzen zur Wiedereingliederung besteht. Die Startrampe musste aber keine Überzeugungsarbeit leisten; es war vielmehr eine Aufklärung. Am Telefon wurde mir erklärt, was die Startrampe macht und dass letztlich die IV dahintersteht, um was für Menschen es geht und dass man ihnen helfen kann. Da war für mich schnell klar, dass wir unseren Teil beitragen wollen.
Wie ging es weiter?
Ich konnte mir die Bewerbungsunterlagen anschauen und rasch haben wir uns bei der Startrampe für ein persönliches Gespräch getroffen. Ich versuchte zu verstehen, wo das Problem des Manns lag und warum er in dieser Situation gelandet war. Es war ein sehr offener Austausch. Mit der Startrampe habe ich dann das Administrative geklärt. Ziel war ein sechsmonatiger Arbeitsversuch in einem Teilzeitpensum, das in kleinen monatlichen Schritten von 40 auf 80 bis 100% gesteigert werden und idealerweise zu einer Festanstellung führen sollte. Nach einem Probetag, während dem beide Seiten ein gutes Gefühl gewonnen hatten, ging es los mit dem Arbeitsversuch. Rasch wurde klar, dass es gut läuft und aus dem Arbeitsversuch eine Festanstellung werden würde. Ihm hat es bei uns gut gefallen und wir wollten ihn behalten. Der Mitarbeiter arbeitet noch heute bei uns.
«Wir wurden diverser»